Gruppenzwang

Gruppenzwang umschreibt ein individuelles Verhaltensphänomen, bei dem das eigene Verhalten an das Verhalten einer Gruppe angepasst wird, d. h., das eigene Verhalten wird nach den Vorstellungen anderer ausgerichtet und persönliche Vorstellungen stehen zurück. Man vermutet, dass angepasstes Verhaltenoft durch Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen hervorgerufen wird, d. h., die Betroffenen haben nicht den Mut, eigene Standpunkte zu beziehen bzw. eine eigene Meinung zu haben und diese, wenn nötig, auch zu verteidigen. Bekanntlich können unterschiedliche Meinungen Kontroversen und Streit hervorrufen, was durch Anpassung verhindert werden soll, um von anderen innerhalb der Gruppe anerkannt zu werden. Wer dem Gruppenzwang nachgibt, erhofft sich dadurch eine größere Akzeptanz, weniger Probleme aber auch Schutz durch die Gruppe. Ein solches angepasstes Verhalten ist vermutlich auch evolutionär begründet, da es eine ordnende Funktion innerhalb kleiner Gruppen hat. Bei Gruppenentscheidungen verfolgen die meisten Menschen zwar egoistische Ziele und sind auch bei Teamarbeit auf ihren eigenen Vorteil bedacht, doch andereseits entsteht aber auch ein Gruppenzwang mit einer diffusen Angst, etwa wegen einer abweichenden Meinung kritisiert oder diskriminiert zu werden, sodass man auch aus Furcht auf seine eigene Position verzichtet und lieber schweigt. Für denjenigen, der in einer Gruppe arbeiten will oder muss, kann es daher sehr hilfreich sein, die Phasen des Entwicklungsprozesses von Gruppen zu kennen.




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