therapeutische Allianz

Als therapeutische Allianz bezeichnet man das Vertrauensverhältnis zwischen KlientInnen und TherapeutInnen in einer Psychotherapie, wobei  Untersuchungen belegen, dass eine nicht-medikamentöse Psychotherapie einer Therapie mit Arzneimitteln in vielen Fällen langfristig überlegen ist, denn um jemanden aus einer seelischen Krise zu helfen, ist es wichtig, mehr auf der emotionalen und weniger auf der Verstandesebene anzusetzen. Die Qualität der therapeutischen Allianz steht dabei in direkter Abhängigkeit zum Grad der Übereinstimmung in bezug auf die Ziele und die Notwendigkeit der jeweiligen Therapie, d. h., der Klient bzw. die Klientin muss sich in einer Psychotherapie wohlfühlen. Man weiß, dass Einsicht in der Regel nicht ausreicht, um psychische Probleme zu lösen, denn im Gehirn hat sich bei einem Menschen sehr früh ein sehr stabiles System ausgebildet, das dessen Fühlen, Denken und Handeln prägt, wobei die Beziehungen in diesem System immer bestehen bleiben, d. h., ein Therapeut oder eine Therapeutin kann nur dazu beitragen, dass sich neue Beziehungen in diesem System bilden, die mehr Lebensqualität bedeuten und irgendwann ebenso selbstverständlich genutzt werden wie die alten. Der Klient bzw. die Klientin lernt in der Psychotherapie allmählich, anders zu fühlen, zu denken und zu handeln, wobei sich dieses Lernen meist in tief sitzenden Gehirnstrukturen vollzieht, deren Aktivität weitgehend unbewusst vor sich geht. Man kann diese Verbindungen daher nicht über Gedanken beeinflussen, sondern nur durch neue Erfahrungen, was vor allem in der zweiten Phase einer Therapie geschieht, wenn die therapeutische Allianz stabil ausgeprägt ist.




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