Schwarmdummheit

Schwarmdummheit ist der Versuch, einen konzeptionellen Gegenentwurf zum Konzept der Schwarmintelligenz zu definieren.  Dass Menschen gemeinsam bessere Entscheidungen treffen als eine oder einer allein, haben Experimente schon mehrfach bewiesen, denn so kann man etwa das Gewicht eines Bullen oder die Höhe einer Mauer relativ präzise bestimmen, wenn man den Mittelwert der Schätzungen vieler Menschen nimmt.

Doch es gibt auch Zweifel an der Weisheit der Vielen, denn man hat experimentell auch gezeigt, wie schnell Schwarmintelligenz in Schwarmdummheit – nicht zuletzt als Folge des Herdenverhaltens – umschlagen kann. Sobald Menschen nämlich erfahren, dass andere über eine Aufgabe anders denken als sie selbst, ändern sie teilweise ihre eigene Meinung. Experimente zeigen, dass sozialer Einfluss vor allem die Diversität von Antworten verringert, nicht jedoch den kollektiven Fehler, denn die Teilnehmer an solchen Studien sind immer sicherer geworden, dass ihre eigene Schätzung stimmt, obwohl dies objektiv nicht der Fall war (Vertrauenseffekt).

Der Effekt der Schwarmdummheit tritt zwangsläufig in mittleren bis größeren Unternehmen auf und zwingt alle zum Mitmachen, obwohl alle darunter leiden, und es unter dem Strich niemandem nützt. In einem schwarmdummen System wird zusätzlich das Vernünftige, Logische diskriminiert und als schlecht und negativ dargestellt, wobei Verbesserungsvorschläge ignoriert werden. Durch den Druck auf die Beteiligten beginnt auch aus der Not heraus oft ein Vortäuschen von Leistungen, wodurch eine Abwärtsspirale entsteht.



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