dimorphe Gefühle

Dimorphe Emotionen beschreiben das Zusammentreffen von diametral entgegengesetzten Reaktionen in Bezug auf die erlebten Gefühle. So gehören etwa Freudentränen zu den dimorphous expressions, also den zweigestaltigen Gefühlen, die auf den ersten Blick nicht zum Erlebnis des Betroffenen passen. Bei diesen Emotionen gehen positive Gefühle mit Gefühlsausdrücken einher, die eigentlich für negative Gefühle reserviert sind, etwa Tränen in den Augen bei der Geburt des eigenen Kindes, beim Auftritt eines verehrten Stars, beim Ende eines schönen Films oder wenn der Lieblingsverein ein wichtiges Spiel gewinnt. Bei allen diesen Beispielen werden Glücksgefühle mit Gefühlsausdrücken der Trauer kombiniert. Nach Untersuchungen (Aragón et al., 2015) stellen sich solche dimorphen Gefühle vor allem dann ein, wenn sich die Menschen von den positiven Gefühlen geradezu überwältigt fühlen. Man vermutet, dass es sich um eine ähnliche Reaktion wie bei negativen Emotionen handelt, wenn sich etwa Lachen bei einem traurigen Ereignis oder während einer wichtigen Prüfung, d. h., bei Gefühlen der Trauer oder Angst. Ein Erklärungsversuch ist, dass vor allem intensive und überwältigende Gefühle zu einer Gegensteuerung führen, um möglichst schnell eine emotionale Stabilisierung herbeizuführen.

Literatur
Aragón, O. R.,  Clark, M. S., Dyer, R. L.,  & Bargh, J. A. (2015). Dimorphous expressions of emotion: Evidence of concept in aggressive displays toward cute stimuli. Psychological Science, doi: 10.1177/0956797614561044.





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