Sexting

Als Sexting bezeichnet man die private Verbreitung erotischen Bildmaterials des eigenen Körpers über Multimedia Messaging Services bzw. über Mobiltelefone. Sexting setzt sich zusammen aus den Wörtern „sex“ und „texting“, wobei immer mehr soziale Netzwerke wie Facebook oder Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp, Instagram oder Snapchat genutzt werden. Nach einer amerikanischen Studie hat jeder fünfte Jugendliche und jeder zweite junge Erwachsene bereits „Sextings“ versendet hat, bzw. die Hälfte der Jugendlichen schon erotische Bilder erhalten hat, denn in manchen Gruppen gilt das Versenden derartiger Bilder als Freundschafts- oder Liebesbeweis. Viele Sexting-Opfer leiden unter Depressionen und bedürfen psychologischer Betreuung, teilweise sogar stationär, da nicht wenige Selbstmordgedanken hegen. Vor allem in der Pubertät probieren Jugendliche vieles aus: Alkohol, Rauchen, zum Teil leichte Drogen und natürlich auch die eigene Sexualität, wobei Sexting als Teil davon betrachtet werden kann. Jugendliche machen Sexting als Mutprobe, aus Spaß, Neugier oder Gruppenzwang, aber auch auf Druck des Partners hin oder um diesem oder dem heimlichen Schwarm zu imponieren.
Die Schweizer JAMES-Studie 2014 zur Mediennutzung von Jugendlichen zeigte, dass schon bei einem Drittel der Jugendlichen einmal Fotos oder Videos von ihnen ohne ihre Zustimmung online gestellt wurden. Acht Prozent der Jugendlichen haben bereits einmal aufreizende Selfies digital verschickt. Beim Sexting gibt es gegenüber der letzten Studie eine leichte Zunahme, wobei Jungen aktiver sind als Mädchen, wobei 37 Prozent der Jugendlichen erotische bzw. aufreizende Fotos oder Videos digital zugeschickt erhalten haben. Ein Fünftel der Jugendlichen wurde im Internet bereits von einer fremden Person mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen, wobei Mädchen dabei online häufiger sexuell belästigt werden als Jungen. Dafür sehen sich Jungen häufiger mit gewalthaltigen oder pornographischen Inhalten konfrontiert, denn bereits 43 Prozent der Schweizer Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren haben schon einmal Pornofilme auf dem Handy oder dem Computer angeschaut.

Quellen

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MEDIEN/Medien-Entwicklung-Heranwachsende.shtml (09-11-21)
JAMES-Studie: www.psychologie.zhaw.ch/james (15-02-12)




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