Familienpsychologie

Die Familienpsychologie ist eine relativ neue Teildisziplin der Psychologie, die sich mit dem Verhalten, Erleben und der Entwicklung von Menschen im Kontext des Beziehungssystems Familie beschäftigt, mit dem Ziel der Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Veränderung der dabei auftretenden Phänomene und ihrer Bedingungen. Familien werden als intime Beziehungssysteme definiert, die sich durch erlebte Zugehörigkeit und das Vorhandensein intergenerationaler Beziehungen auszeichnen. Neben der Theorie- und Methodenentwicklung die Grundlagen- und Anwendungsforschung wird auch die Vermittlung von Wissens- und Handlungskompetenzen in den Blick genommen: Wie wirkt sich der Übergang zur Elternschaft auf Paarbeziehungen aus? Wie gehen Familien mit Belastungen und Krisen um, z. B. Krankheit, Konflikte, Trennung/Scheidung? Welche besonderen Herausforderungen müssen von Familien bewältigt werden, die nicht dem normativen Familienleitbild entsprechen? Unter welchen Bedingungen kommt es in Familien zu Gewalt und Vernachlässigung? In der Anwendungsforschung versucht man die Forschungsergebnisse auch in Praxishandeln zu übersetzen, etwa um die Entwicklung und Evaluation von familienbezogenen Trainings-, Beratungs- und Therapieansätzen.

Besonders gut erforscht sin dabei die Entwicklung und Auswirkung innerfamiliärer Beziehungen auf das Jugendalter, denn dabei geht es um die Auswirkungen auf die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Schneewind sieht dabei zwei Faktoren, die für die Entwicklung von Familien bedeutsam sind: Interaktion und Kommunikation. Familienbeziehungen können die Gesundheit der Familienmitglieder stärken, aber auch zur Entstehung, Entwicklung und Behandlung psychischer Störungen und Krankheiten beitragen. Entscheidend sind das emotionale Familienklima und der Umgang mit Konflikten. Familien können Menschen glücklich machen und können aber auch dazu beitragen, dass sie krank werden. Familien werden jüngst immer häufiger aufgelöst, da sie das Versprechen auf langfristiges Glücklichsein und dauerhafte Liebe nicht einlösen können. Familien sind längst schon kein übernatürliches Gebilde mehr, auch wenn Kinder heute immer häufiger als Sinnstiftung des Lebens angesehen werden, sondern sie werden von Menschen gemacht.

Literatur
Schneewind, K. A. (1991). Familienpsychologie. Stuttgart – Berlin – Köln: Kohlhammer.




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