generalisierte Andere

Der generalisierte Andere (generalized other) ist in der sozialanthropologischen bzw. sozialphilosophischen Rollentheorie George Herbert Meads die Bezeichnung für eine organisierte Gemeinschaft, die dem einzelnen Mitglied die Einheit seines Ich vermittelt. Es handelt sich dabei um jene verallgemeinernde Vorstellung, die ein Mensch von den Erwartungen und Haltungen hinsichtlich der anderen Mitglieder seiner Gruppe besitzt und dadurch sein eigenes Verhalten bestimmt.
Die Annahme ist dabei, dass die Einstellungen und Haltungen dieser Gemeinschaft in das Bild vom generalisierten Anderen zusammenfließen und so in die Erfahrungen des einzelnen Gruppenmitgliedes eingehen. Die dabei gewonnenen Vorstellungen über die Einstellungen und Erwartungen anderer Menschen der Gruppe werden generalisiert und zu einem integrierten Bild des Anderen verknüpft, der auch als Repräsentant der Gruppe selbst erscheinen kann. Die Handlungen des einzelnen Gruppenmitglieds werden dadurch zugleich auch kontrolliert, sodass das Mitglied zugleich es selbst ist und es sich mit den Einstellungen der anderen Mitglieder konform weiß, also zugleich selber auch der generalisierte Andere ist.





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