Othello-Effekt

Der Othello-Effekt bezeichnet die Tatsache, dass in Verhörsituationen Nervosität häufig falsch Interpretiert wird und  als Beleg einer Lüge gewertet wird. Allerdings ist für den Außenstehenden schwer zu entscheiden, was noch Anzeichen von Stress sind und was bereits Indizien einer Lüge. Lange hat man sich damit beschäftigt, im nonverbalen Verhalten von Lügnern eindeutige Signale für Täuschungsversuche zu finden, doch zeigte sich, dass die Rate derer, die man mit solchen Methoden überführen kann, eher klein ist und die jener, die man zu Unrecht verdächtigt, hoch. Neuere Studien zeigen nun, dass Lügen vordringlich in der Sprache entstehen, denn Lügner zeigen eine charakteristische Wortwahl, bilden besondere Satzstrukturen und äußern Gedanken auf spezielle Art und Weise.

Benannt ist der Effekt nach der Dramengestalt in Shakespeares Othello, der bei seiner Frau Desdemona ein besticktes Taschentuch eines anderen Mannes, Jago, entdeckt, der ihr dieses untergeschoben hat und so die Eifersucht Othellos schürt. Dieser stellt Desdemona zur Rede, doch sie beteuert panisch und wortreich ihre Unschuld, doch Othellos Misstrauen ist so groß, dass er die Angst seiner Frau als Beweis ihrer Lüge interpretiert und sie im Ehebett erdrosselt.

Siehe auch das Othello-Syndrom.

Quellen
http://www.welt.de/print/wams/wissen/article135788040/Aufgeflogen.html (14-12-28)





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