attentional blink

Als attentional blink oder Aufmerksamkeitsblinzeln bezeichnet man jenes Phänomen in der Kognitionspsychologie, das ein sehr kurzes Aufmerksamkeitsdefizit zeigt, das eine psychologische Refraktärperiode kennzeichnet, in der nach der Präsentation eines Reizes keine weiteren Reize verarbeitet werden könnten.
In Experimenten werden typischerweise Reize wie Buchstaben, Zahlen, Wörter oder Bilder mit einer Frequenz von etwa 10 Reizen pro Sekunde nacheinander am selben Ort präsentiert. Einzelne dieser Reize können in dieser Anordnung korrekt identifiziert werden, doch sobald die Aufgabe der ProbandInnen jedoch ist, zwei bestimmte Reize zu berichten, wird die Detektionsleistung des zweiten Reizes deutlich schlechter. Meist ist das der Fall, wenn der zweite Zielreiz in einem Zeitfenster von 100 bis 500 Millisekunden nach dem ersten Zielreiz präsentiert wird. Diese Refraktärperiode ist dabei umso länger, je kürzer der Zeitabstand zwischen den beiden präsentierten Reizen ist. Dieses Phänomen ist in der Filtertheorie der Aufmerksamkeit ein wesentlicher Bestandteil, die eine serielle Reizverarbeitung mit früher Selektion auf Basis physikalischer Reizmerkmale annimmt. Bei längeren Intervallen verbessert sich die Identifikation des zweiten Reizes wieder bis auf die Basisrate.

Übrigens steigt mit dem Alter die Fehlerquote , wobei einiger Studien zeigten, dass Menschen, die meditieren oder Yoga machen, weniger zum „attentional blink“ neigen, wobei selbst junge Menschen teils weniger aufmerksam sind als ältere, die meditieren.

Literatur & Quellen
Raymond, J., Shapiro, K. & Arnell, K. (1992). Temporary suppression of visual processing in an RSVP task: An attentional blink? Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 18, 849–860.
Shapiro, K., Arnell, K. & Raymond, J. (1997). The attentional blink. Trends in Cognitive Sciences, 1, 291–295.
https://www.youtube.com/watch?v=MH6ZSfhdIuM (14-09-11)



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