Kaspar-Hauser-Syndrom

Als Kaspar-Hauser-Syndrom bezeichnet man die schwerste Form des Hospitalismus. Kaspar Hauser war ein Kind, das viele Jahre lang in einem dunklen Verlies bei Wasser und Brot eingesperrt verbracht hatte. Kaspar Hauser war verstört und kaum fähig zu sprechen, da vollständiger Reizentzug und Misshandlungen zu einer erheblichen Einschränkung der körperlichen und geistigen Entwicklung sowie zu extremer Ängstlichkeit geführt hatten.

Kaspar Hausers Geschichte beginnt mit seinem mysteriösen Auftauchen 1828 in Nürnberg und endet nur fünf Jahre später mit seinem ebenso mysteriösen Tod. Als Kaspar Hauser in Nürnberg auftaucht, hält man ihn zunächst für einen Betrunkenen. Anders lässt sich den Passanten nicht erklären, weshalb der etwa 16-Jährige sich so schlecht auf den Beinen halten und kaum sprechen kann. Schließlich bringt man den Unbekannten zum Ausnüchtern in eine Arrestzelle auf der Nürnberger Burg, doch sein Zustand bessert sich nicht. Zwei anonyme Briefe, die Kaspar bei sich trägt, weisen darauf hin, dass der Junge absichtlich in Nürnberg abgesetzt wurde. Hauser ist in miserablem körperlichen und geistigen Zustand, sein Skelett ist deformiert, er kann nur unter größten Anstrengungen aufrecht gehen, verträgt außer Brot keine feste Nahrung und stammelt nur vereinzelte Worte. In verworrenen Aussagen macht Hauser klar, dass er über Jahre in einem dunklen Kellerverlies eingesperrt war, ohne jeglichen menschlichen Kontakt. Da der Fall auch international auf Interesse stößt, wird Kaspar Hauser zum „Kind Europas“.

Literatur

Pflug, I. (2012). Rätsel seiner und unserer Zeit: Das Kind Europas.
WWW: http://www.br.de/franken/inhalt/frankenkult-ur/kaspar-hauser-lebensdaten100.html (13-02-02)




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