Triple P-Konzept – Positive Parenting Program

Kurzdefinition: Triple P (Positive Parenting Program, Positives Erziehungsprogramm) ist ein hauptsächlich präventives Programm zur Unterstützung von Familien und Eltern bei der Kindererziehung, und besteht aus gestuften Interventionen auf fünf Ebenen, die von Information und Kurzberatungen über Gruppentrainings für Eltern bis zu intensiver Familientherapie reichen. Ziel des Positiven Erziehungsprogramms ist es, Eltern zu helfen, eine gute Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen und es bei seiner Entwicklung zu unterstützen.

Das Positive Parenting Program ist ein auf verhaltenstherapeutischer sowie klinisch-psychologischer Grundlage aufbauendes und kursorientiertes Erziehungsprogramm und wurde von Matt Sanders (2003) entwickelt, um Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu helfen. Das Programm Triple P beinhaltet eine Zusammenstellung gängiger und evaluierter Erziehungsbestandteile, gibt Anregungen und Tipps zur Förderung der Eltern-Kind-Beziehung, zur Förderung der kindlichen Entwicklung und auch zum Umgang mit problematischem Verhalten. Das Triple P-Programm möchte effektive Erziehungsfertigkeiten vermitteln, um mit verschiedenen Erziehungssituationen besser umgehen zu können, wobei alle auf Basis liebevoller Zuwendung und angemessener Kommunikation beruht.
Das Programm selbst unterscheidet fünf Stufen der Intervention (Milius, 2005):

  • Der erste Schritt sieht die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Erziehung vor. Sie richtet sich an alle Eltern. Es werden beispielsweise Informationen über das grundlegende Konzept von Triple P durch Broschüren verbreitet. In Neuseeland und Australien gehört auch die Ausstrahlung von Radio- und Fernsehspots zu dieser ersten Stufe.
  • Die zweite Stufe kann Eltern bei eng umgrenzten Problemen helfen. In kurzen Gesprächen mit geschulten Trainern wird das Problem erörtert, es werden Tipps gegeben und aus der entsprechenden Literatur das passende Material herausgesucht.
  • Stufe drei ermöglicht mehr persönlichen Kontakt mit einem Triple P Ausbilder. Zumeist finden vier Treffen statt, bei denen unter anderem die auf das von den Eltern gewünschte Erziehungsziel passenden Strategien eingeübt werden.
  • Während die Stufen zwei und drei vor allem dann Anwendung finden, wenn es ein eng begrenztes Problemverhalten gibt, richtet sich Stufe vier an Eltern mit generellen Erziehungsproblemen. In vier Sitzungen werden die grundlegenden Strategien von Triple P den Eltern vorgestellt und in Rollenspielen eingeübt. Zum Teil ist es möglich, sich die Inhalte aus dem Programm mit Hilfe von Selbsthilfematerialen beizubringen.
  • Die Stufe fünf ist für die Fälle vorgesehen, bei denen mit den in vorherigen Stufe erlernten Wissen keine ausreichenden Ergebnisse erzielt wurden. Diese Stufe findet auch dann Anwendung, wenn Erziehungsprobleme einhergehen mit beispielsweise Problemen der Eltern oder Drogenkonsum. Es geht hier meist auch weniger um Erziehungsprobleme, sondern um handfeste Verhaltensstörungen der Kinder (oder Eltern). Im Mittelpunkt der Stufe steht die intensive persönliche Betreuung. Dies schließt beispielsweise auch Hausbesuche ein.

Die Ansätze und Methoden von Triple P basieren zum großen Teil auf der modernen Verhaltenstherapie und der Selbstmanagementtherapie von Frederick Kanfer, wobei wie in dieser die Interaktion und Kommunikation zwischen Eltern und Kind im Mittelpunkt steht. Wichtig ist in diesem Konzept, dass unter Umständen schon kleine Veränderungen im Verhalten von Eltern ausreichen, um die gesamte Familiensituation zu verbessern. Das Triple P-Konzept ist präventiv ausgerichtet und soll vor allem liebevolle Beziehungen zwischen Eltern und Kindern fördern und helfen, zentrale Werte, Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen bei Kindern zu fördern.
Kinder sollen aber auch lernen, Grenzen zu akzeptieren und mit Enttäuschung umzugehen, sodass es für diese wichtig ist, Fähigkeiten zur Selbstkontrolle und Selbstregulation zu entwickeln. Dazu gehöre neben der Entwicklung von Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit auch ein kompetenter Umgang mit den eigenen Gefühlen.
Letztlich handelt es sich dabei aber um ein elternzentriertes Konzept, das durchaus autoritative Züge aufweist.

Literatur

Hahlweg, K. (2001). Bevor das Kind in den Brunnen fällt: Prävention von kindlichen Verhaltensstörungen. In W. Deutsch & M. Wenglorz. (Hrsg.), Zentrale Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen (S.189-241). Stuttgart: Klett-Cotta.
Milius, B. (2005). Was ist Triple P?
WWW: http://www.sciencegarden.de/content/2005-01/was-ist-triple-p (09-08-11)
Sanders, M. R. (1999). The Triple P-Positive Parenting Program: Towards an empirically validated multi-level parenting and family support strategy for the prevention and treatment of child behavior and emotional problems. Child and Family Psychology Review, 2, 71-90.
Sanders, M. R. , Cann, W., & Markie-Dadds, C. (2003). The Triple P – Positive Parenting Programm. A universal population-level approach to the prevention of child abuse. Child abuse review, 12, , 155–171.
https://www.familienhandbuch.de/cms/Familienbildung_Trible.pdf (09-08-11)





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