egalitärer Erziehungsstil

Das Thema Gleichberechtigung in der Erziehung bzw. ein egalitärer Erziehungsstil wird aktuell wieder kontrovers diskutiert, wobei ein Teil der Menschen eine allzu freiheitliche Erziehung mehr und mehr ablehnt, während ein anderer Teil findet, dass die Selbst- und Mitbestimmungsrechte von Kindern immer noch zu wenig respektiert werden. Aus psychologischer Perspektive sollte in der Erziehung das Prinzip einer jeweils altersadäquaten Gleichberechtigung zwischen Erwachsenen und Kindern gelten, denn nur eine solche Erziehung vereint sowohl Selbstbestimmung als auch Grenzsetzung auf eine praxistaugliche und erziehungspsychologisch überzeugende Art und Weise. Wichtig ist allerdings zu erkennen, welche Auswirkungen auf Kinder und Eltern zu erwarten sind, wenn Eltern Gleichberechtigung praktizieren. Zwar wird dadurch der Prozess der Entscheidungsfindung erschwert oder zumindest in die Länge gezogen, sodass der egalitäre Erziehungsstil oftmals viel Geduld und Zeit erfordert, aber auch die Bereitschaft der Eltern, diese Gleichberechtigung tatsächlich umzusetzen. Das Kind lernt aber dadurch, dass es auch Regeln und Vorgaben gibt, die akzeptiert werden müssen und nicht grundsätzlich alles ausdiskutiert und ausgehandelt werden kann.

Der egalitäre Erziehungsstil basiert auf absoluter Gleichberechtigung, denn hier haben Eltern und Kinder die gleichen Rechte und Pflichten, was bedeutet, dass die Meinung des Kindes nicht nur gehört, sondern sogar eingeholt und grundsätzlich berücksichtigt wird. Die Meinung des Kindes ist gleichgewichtig und gleichermaßen ausschlaggebend wie die Ansicht der Eltern, d. h., Eltern und Kind begegnen sich auf einer Ebene, eine hierarchische Struktur, also ein Über- oder Unterordnungsprinzip wie bei anderen Erziehungsstilen besteht beim egalitären Erziehungsstil nicht. Alle wichtigen Entscheidungen werden von den Eltern mit ihrem Kind nicht nur besprochen, sondern gemeinsam mit dem Kind entschieden. Damit kann der egalitäre Erziehungsstil als Steigerung des demokratischen Stils betrachtet werden, wobei wie beim demokratischen Erziehungsstil die Eigenaktivität, Eigeninitiative und Selbstständigkeit des Kindes gefördert wird.




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