Reizwort-Technik

Die Reizwort-Technik, oft auch als Zufallswort- oder Random-Input-Technik bezeichnet, ist eine Kreativitätsmethode, bei der wie bei der Umkehrmethode Dinge miteinander verbunden werden, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Nach der Problemformulierung schlägt man ein Lexikon auf einer beliebigen Seite oder eine Zeitung an einer zufälligen Stelle auf und findet mit geschlossenen Augen das Reizwort. Zuerst schreibt man alle Eigenschaften auf, die man mit diesem Reizwort verbindet, danach ordnet man sie dann dem Problem zu. Bei dieser Technik denken die Beteiligten also zuerst an etwas ganz anderes, um auf Ideen für das Problem zu kommen.

Die Kreativitätstechnik der Reizwortanalyse, ist eine typische Konfrontationstechnik in einer Gruppe, denn diese setzt sich bewusst einem zufällig gewählten Reizwort aus und versucht anhand dieses Wortes Ideen zur jeweiligen Fragestellung zu generieren. Bei der Reizwortanalyse versucht man mit Reizwörtern auf neue Ideen, Lösungen, kreative Einfälle zu stoßen, denn das Reizwort soll auf einen neuen Weg führen, sodass man neue Verbindungen bzw. Zusammenhänge erkennt.

Sich einem solchen Reiz auszusetzen führt dazu, dass das Gehirn einen Gedankensprung macht und dadurch ungewöhnliche und kreative Ideen findet. Der Gedankensprung entsteht, indem man versucht, eine Verbindung zwischen Reizwort und Fragestellung herzustellen, wo es eigentlich gar keine Verbindung gibt. Man zwingt also das Gehirn dazu, eine Verbindung zu suchen und zu finden. Wichtig ist, dass das Reizwort zufällig ausgewählt und nicht einfach ein passendes Wort genommen wird. Manchmal ist es angebracht, zu den Attributen des Reizwortes Ideen zu suchen, als zum Reizwort selbst.
Reizwörter setzen Schlüsselbotschaften frei und das Gehirn stellt einen Bezug zu Erlebtem oder gesehenem her, kombiniert diese mit eigenen Gedanken und so entsteht ein neues Muster. Reizwörter führen dazu, dass man aus den gelernten Denkmustern ausbricht und gezwungen ist, neue Wege zu gehen und Zusammenhänge zu erkennen. So lassen sich neue Sichtweisen einnehmen und auch ungewohnte Ideen entwickeln.
Ein Vorteil dieser Technik ist also, dass eingeschliffene Denkstrukturen verlassen werden, und diese ist besonders effektiv, wenn zu einem Thema völlig neue Ideen gesucht werden sollen. Meist macht die diese Methode den TeilnehmerInnen auch Spaß, da oft amüsante und überraschende Ideen gefunden werden. Ein Nachteil ist, dass eine strikte Führung durch einen geübten Moderator angebracht ist, und manchmal auch die Skepsis der TeilnehmerInnen, die nicht glauben, dass die Technik erfolgreich sein kann.
Die Reizwortanalyse eignet sich vor allem, wenn zu einer Sache völlig neue Überlegungen nötig sind oder wenn etwa neue Produkte oder Dienstleistungen entwickelt werden sollen. Eine Reizwortanalyse sollte am besten nach einem Brainstorming oder einem Brainwriting eingesetzt werden, denn wenn man in eine Problemstellung in einer Gruppe sofort mit der Reizwortanalyse einsteigt, werden viele offensichtliche Ideen nicht genannt.

Literatur
Kolb, K. & Miltner, F. (1998). Kreativität – frei für neue Ideen und Lösungen. Die besten Methoden für Alltag und Beruf. Graefe & Unzer.




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