genzentrierte Umweltselektivität

Die genzentrierte Umweltselektivität ist ein soziobiologisches Modell und besagt, dass die Wirkung der Umwelt auf einen Organismus vom genetisch und evolutionär bedingten Bauplan der kognitiven Möglichkeiten dieses Organismus abhängt. Vereinfacht heißt das, dass sich die Umwelt nur dann auf ein Lebewesen auswirken kann, wenn dieses durch seine vorgegebene Ausstattung mit dieser überhaupt interagieren kann. Beispiel aus der Biologie: Eidechsen mit einem langen Schwanz werden seltener von Schlangen gefressen, da sie nicht in das Beuteschema der Schlangen passen. Oder wissenschaftlich formuliert: Der Phänotyp ist die die Manifestation eines Genotyps in einer konkreten Umwelt. Beim Schlangenbeispiel kann es dazu kommen, dass die Eidechsen immer schlangenähnlicher werden, weil sie dadurch die besseren Überlebenschancen haben, was aber daran liegt, dass in ihrem genetischen Bauplan auch vorgesehen ist, dass der Schwanz länger werden kann. Hätten sie diese Genvariante nicht, dann könnten sie sich nicht in ihrer Form anpassen und würden wohl durch die Schlangen ausgerottet. Die Umweltselektivität spielt eine wichtige Rolle in der Nature-nurture-Diskussion, da sie besagt, dass die Unterscheidung in Anlage und Umwelt wenig Sinn macht, weil das Verhältnis zwischen Anlage und Umwelt ohnehin durch die genetischen Anlagen selbst bestimmt ist.





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