vorbegriffliches Denken

Die symbolische Phase in der Entwicklungstheorie Jean Piagets heißt also deshalb vorbegrifflich, weil einem Kind Symbolen (in reproduzierbaren Testergebnissen, verhersagbar) im Umgang mit Symbolen und Vor-Begriffen als sprachlichen Repräsentanten solcher Symbole logische Fehler unterlaufen, die ihm nach dem Erwerb logisch konsistenter Begriffe nicht mehr unterlaufen. In dieser Phase erwirbt das Kind die Fähigkeit, symbolische Vorstellungen auch für abwesende Dinge oder Ereignisse zu bilden, etwa durch Nachahmung. Es sieht Dinge an, hantiert mit ihnen und verhält sich wie sie, wodurch es sich Informationen über sie aneignet. Während dieser Phase spricht das Kind seine ersten Wörter, wobei sich diese genau wie die Vorstellungen auf abwesende Dinge beziehen können. Die Begriffe des Kindes werden als Vorbegriffe bezeichnet, da sie noch zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen stehen. Der Sprachgebrauch führt zur Entwicklung von Konzepten, die häufig noch falsch sind und an der Realität überprüft werden müssen, etwa unangemessene Generalisierungen in Form von animistischen (unbelebt als belebt wahrnehmen), finalistischen (Bäum zum Schattenspenden da) und artifizialistischen (starke Leute haben den Berg gebaut) Erklärungen.

Auf dieser Stufe läßt sich auch schon eindeutig Denken im Sinne verinnerlichten Handelns nachweisen, denn das Kind wird fähig, mit Vorstellungen und Symbolen – die Piaget eben Vorbegriffe nennt – umzugehen. Das Kind weiß nun also, dass ein Symbol für ein Objekt stehen kann. Es verfügt ebenfalls über eine qualitative Identität. Die Identität eines Gegenstandes, etwa von Papier oder Knetmasse, bleibt die gleiche, auch wenn es durch Verformung anders aussieht. Der Begriff der Symbolfunktion bezieht sich auf die Fähigkeit des Kindes, das Bezeichnete (ein Objekt, ein Ereignis oder ein Begriffsschema) durch ein Bezeichnendes (ein Wort, eine Geste, eine Vorstellung) zu repräsentieren. Es vermag nun, zwischen einem wirklich vorhandenen Gegenstand und einem nur vorgestellten Symbol zu unterscheiden. Es handelt sich insgesamt um eine prälogische Denkform – „prä-“ natürlich immer im Vergleich zur üblichen in unserem Kulturkreis ausgebildeten und akzeptierten Erwachsenenlogik!

Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOGNITIVEENTWICKLUNG/PiagetmodellStufen.shtml
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