Allgemeine Pädagogik

Gegenstand der allgemeinen Pädagogik ist die Untersuchung von Grundfragen der Erziehung i. e. S. sowie die Entwicklung und Begründung möglichst allgemein gültiger theoretischer (Denk-)Modelle von erzieherischem Handeln und/oder von Ausbildungsmaßnahmen.
Es gibt verschiedene Richtungen der Allgemeinen Pädagogik: Philosophisch-normative Pädagogik mit der theoretischen Sinnbestimmung von Erziehung mit Betonung von pädagogischen Ziel- und Wertvorstellungen, Überbrückung der Kluft zwischen Theorie und Praxis der Erziehung, Entwicklung und Begründung praktikabler Ziel- und Methodenvorschläge (präskriptiver,normativer Aussagen) für Erziehung bzw. Ausbildung in bestimmten Bereichen (z. B. Meister-, Handwerks-, Kunstlehren). Hermeneutisch-pragmatische Pädagogik  mit dem Ziel der Bestimmung von allgemeineren Leitzielen und Erziehungsnormen unter (hermeneutischer) Abstraktion vom Alltagsleben mit Betonung der Theorie vor der Praxis.

Der Allgemeinen Pädagogik obliegt somit die Reflexion grundlagentheoretischer Fragestellungen und untersucht die komplexen Zusammenhänge von Bildung, Lernen, Erziehen und Sozialisation in ihren institutionellen, gesellschaftlichen und historischen Kontexten. Sie nimmt Erziehung in ihrer Doppelfunktion als erfahrungsbezogene Praxis einerseits und als wissens- und forschungsbezogene Wissenschaft andererseits in den Blick.
Allgemeine Pädagogik reflektiert pädagogische Theorie und Praxis hinsichtlich ihrer begrifflichen und kategorialen, historischen und kulturellen Grundlagen sowie in ihren interdisziplinären und interkulturellen Bezügen. Sie rekonstruiert auch häufig implizit bleibende theoretische Hintergrundannahmen in pädagogischen Diskursen. Darüber hinaus setzt sie sich mit methodologischen Fragestellungen der Erziehungswissenschaft auseinander und erschließt Wissensbestände anderer Disziplinen, nimmt den Dialog mit den Nachbarwissenschaften auf und befördert auf diese Weise die Kommunikation zwischen den Teildisziplinen der Erziehungswissenschaft und anderen Wissenschaften. Sie nimmt etwa Erkenntnisse der Philosophie, Anthropologie, Soziologie, Ethnologie und Psychologie auf, bezieht diese systematisch auf pädagogische Praxis und reflektiert sie hinsichtlich Bildung, Lernen, Erziehung, Sozialisation, Gender, Generativität, Natalität und Macht.




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