Bedürfnis

Ein Bedürfnis ist das Verlangen oder der Wunsch, einem empfundenen oder tatsächlichen Mangel Abhilfe zu schaffen. Der Begriff Bedürfnis wird in der Psychologie für zwei Sachverhalte verwendet: für eine zeitstabile Disposition und für den aktuellen Zustand eines Organismus. Bedürfnis als Disposition bezeichnet in der Motivationspsychologie (engl. need) ein relativ zeitstabiles Merkmal eines Organismus, das dessen Neigung angibt, eine bestimmte Klasse von Zielen zu verfolgen. Beim Menschen ist ein Bedürfnis eine Persönlichkeitseigenschaft und wird Motiv genannt. Die Motive, nach denen am meisten geforscht wurde, sind das Leistungsmotiv (engl. need for achievement), das Machtmotiv (engl. need for power) und das Intimitätsmotiv (engl. need for intimacy). Manchmal wird der Begriff Bedürfnis im Sinne eines physischen oder psychischen Mangelzustands verwendet, der mit dem Streben nach Bedürfnisbefriedigung verbunden ist.

Jeder Mensch hat Bedürfnisse (unbegrenzt, unterschiedlich, wandelbar, von verschiedenen Bedingungen abhängig, im einzelnen mehr oder minder dringlich).

Existenzbedürfnisse (Primärbedürfnisse) gewährleisten ein gesichertes Leben innerhalb eines sozialen Rahmens, notwendig zum Überleben, z. B. Nahrung, Wohnung, Kleidung z. B.: nach Naturkatastrophen die wichtigsten Güter (sauberes Trinkwasser, Lebensmittel).

Kulturbedürfnisse (Sekundärbedürfnisse) Bedürfnisse, die dem Einzelnen (individuell unterschiedlich!) innerhalb einer kulturellen Gemeinschaft (Abendland, Islam, …) zugebilligt werden müssen, aber aufschiebbar und austauschbar sind z. B. modische Kleidung, Kunstgenuss, Urlaubsreise.

Luxusbedürfnisse (Sekundärbedürfnisse) gehen über die Existenz- und Kulturbedürfnisse hinaus z. B. Porsche, Yacht, Swimmingpool, Champagner, Kaviar, Schmuck.

Die Befriedigung der Bedürfnisse ist abhängig von

  • der Höhe des Einkommens und des Vermögens,
  • Hobbies, Interessen, Vorlieben, Ansprüchen,
  • der Erziehung, der Bildung, dem Lebensstil,
  • Alter, Erfahrung, Geschlecht,
  • Status, Image, sozialem Ansehen, Gruppenzwängen, Sitten, Gebräuche, Normen, gesellschaftlichem Umfeld, Gewohnheiten.

Individualbedürfnisse bzw. Bedürfnisse des Einzelnen: Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse, abhängig von Bildung, Erziehung, Herkunft, Beruf, Einkommen, Vermögen, Alter, Geschlecht, Geschmack, Hobbys usw.

Kollektivbedürfnisse bzw. Bedürfnisse der Gesellschaft: Ohne die Befriedigung der Kollektivbedürfnisse funktioniert kein Gemeinschaftsleben. Der Einzelne wäre überfordert. z. B.: Kiga, Schulen, Universitäten, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Sicherheit (Polizei, BGS, Zoll, Armee)

Materielle Bedürfnisse: beziehen sich auf Erwerb wirtschaftlicher Güter  – immaterielle Bedürfn.: Befriedigung im geistigen und religiösen Bereich.




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