Modeling Therapie

Albert Bandura hat in seiner Modeling Therapie auch einen enormen Einfluss auf die Persönlichkeitstheorie und -therapie genommen: Wenn man jemanden mit einer psychischen Erkrankung dazu bringt, jemanden zu beobachten, der mit der selben Problematik in produktiverer Weise umgeht als man selbst, dann kann man dadurch lernen, dass man diese zweite Person imitiert. Ursprünglich erforschte Bandura diesen Bereich anhand von Ophidiophobikern, also Menschen, die eine neurotische Furcht vor Schlangen entwickelt haben. Der Klient wird zu einem Fenster geführt, von dem aus er das Labor einsehen kann. In diesem Labor befindet sich nur ein Stuhl, ein Tisch, ein Käfig auf dem Tisch mit verschlossenem Riegel, und in diesem Käfig befindet sich gut sichtbar eine Schlange. Dann beobachtet der Klient eine andere Person – einen Schauspieler -, der sich langsam und unter Qualen der Schlange nähert. Zunächst wirkt er entsetzt, legt dies aber ab, sagt sich selbst, er muss sich entspannen, normal atmen und sich Schritt für Schritt der Schlange nähern. Auf halbem Weg mag er innehalten, wieder in Panik verfallen und wieder von Neuem beginnen. Schließlich gelangt er zu dem Punkt, an dem er den Käfig öffnet, die Schlange heraus nimmt, sich auf den Stuhl setzt und sich die Schlange um den Hals legt während er sich weiter selbst beruhigend zuspricht. Nachdem der Klient das beobachtet hat, wird er ermutigt, es selbst zu versuchen. Allerdings weiß der Klient, dass die andere Person, die er beobachtet hatte, ein Schauspieler ist – er wird in dieser Therapie also nicht hintergangen.





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