Rebound-Effekt

Als Rebound-Effekt, Rebound-Phänomen oder Rückschlag-Effekt bezeichnet man das rasche und verstärkte Wiederauftreten der Krankheitssymptome nach Absetzen eines Medikaments. Diese Phänomene beruhen vermutlich unter anderem darauf, dass es während der Behandlung im Organismus zu einer Abnahme der Rezeptorenanzahl für die Wirkstoffe kommt. Eine Folge dieser Rezeptorenrückbildung ist daher eine verminderte Sensitivität für die körpereigenen Botenstoffe, sodass durch die Absetzung von Psychopharmaka wie Antidepressiva die gleichen Symptome wie bei der Abhängigkeit mit allen körperlichen und vor allem psychischen Symptomen auftreten können. Auch beim plötzlichen Absetzen von Methylphenidat (Ritalin) nach längerem Gebrauch kann es zu einer verstärkten Hyperaktivität, Gereiztheit oder depressiven Verstimmung kommen.

Anmerkung: Im übertragenen Sinn bezeichnet man als  Rebound-Effekt in der Ökonomie oder im Umweltschutz den mengenmäßigen Unterschied zwischen möglichen Ressourceneinsparungen, die durch bestimmte Effizienzsteigerungen entstehen, und den tatsächlichen Einsparungen. Somit führt der Rebound-Effekt dazu, dass das Einsparungspotenzial von Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise realisiert wird.  In der Ökonomie ist dieser Effekt auch als Jevon’s Paradox bekannt, der in dem Buch „The Coal Question“ beschrieb, dass technische Verbesserungen, die zu einer Effizienzsteigerung führen, eher zu einer Steigerung als zu einer Senkung des Energieverbrauchs führen. Jevons bezog sich dabei auf die Effizienzsteigerung durch die Einführung der kohlebefeuerten Dampfmaschine von James Watts, die von einem Anstieg des Kohleverbrauchs in England begleitet wurde.




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