Strukturfunktionalismus

Der Strukturfunktionalismus ist eine vor allem von Talcott Parsons entwickelte Sozialisationstheorie, die einerseits das Ergebnis seiner Handlungs,-und Systemtheorie darstellt und andererseits aus einer Weiterentwicklung der Freudschen Objektbeziehungen des Kleinkindes hervorgegangen ist. Der Strukturfunktionalismus fragt nach den Aufgaben oder Funktionen von sozialen Phänomen bzw. welche Aufgaben und Funktionen soziale Phänomene innerhalb einer Gesellschaft erfüllen sollen. Mit sozialen Phänomen sind dabei vorwiegend soziale Handlungen gemeint, die einer Person in seinem Handlungssystem zur Verfügung stehen, wobei diese entweder eine funktionale Aufgabe haben und so zur Integration und Stabilisierung des gesellschaftlichen Systems beitragen, oder eine dysfunktionale Aufgabe zur Desintegration und Destabilisierung besitzen. Ein Ziel der funktionalistischen Systemtheorie ist es etwa zu erklären, wie Einheit und Ordnung in einer Gesellschaft entstehen, oder wie die nachwachsende Generation die Normen und Werte einer Gesellschaft übernimmt und verinnerlicht, so dass die Gesellschaft weiterbestehen kann.
Ein Kind beginnt ab der Geburt soziale Objekte zu internalisieren, wobei in den ersten Monaten vor allem der ersten Pflegeperson die Aufmerksamkeit gilt, womit diese Person vor allem in ihren Rollenbezügen aufgenommen wird. Die Familie wird zur wichtigsten Sozialisationsdistanz für das Kind, so dass im ersten Sozialisationsstadium ein Kind vorerst die Rollenstruktur der Kernfamilie verinnerlicht und dabei z. B. die Aufteilung der Rollen in Generationsrollen und Geschlechterrollen erlernt.

Siehe auch Piagets Strukturfunktionalismus.




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