levels-of-processing-Modell

Die Kritik an den Mehrspeicherkonzeptionen des menschlichen Gedächtnisses kulminierte in dem von Craik & Lockhart (1972) propagierten levels-of-processing-Ansatz, demzufolge für die Behaltensleistung keinesfalls hypothetische Speicherstrukturen als vielmehr die Art und das Ausmaß der Elaboration des Materials ausschlaggebend sind. Die Gedächtnistheorie von Craik und Lockhart geht wie auch Andersons Modell (1988) davon aus, dass die Merkfähigkeit und -dauer von der Tiefe der Verarbeitung abhängt. So wird Information aus der Umwelt über einen zentralen Prozessor zur jeweiligen Verarbeitungstiefe weitergeleitet, wobei eher „flach“ verarbeitete Information dabei schneller vergessen werden als Information, die in „tieferen“ Levels verarbeitet wird. „Flache“ und „mittlere“ Regionen beschäftigen sich mit physikalischen oder sensorischen Charakteristika wie Linien, Winkel, Helligkeit, Abstände und Lautstärke, während in „tiefe“ Prozesslevel  Information gelangt, die mit gespeicherten Informationen aus früheren Lernerfahrungen und Bedeutungen verglichen werden kann.
In einer Untersuchung von Hyde und Jenkins (1973) ließen Probanden eine Liste von Wörtern dahingehend überprüfen (oberflächliche Verarbeitung), ob diese jeweils einen bestimmten Buchstaben enthalten oder nicht, während andere Probanden die gleichen Items in Bezug auf deren Angenehmheit zu überprüfen hatten (tiefere Verarbeitung), wobei sich eine bessere Reproduktionsleistung für das elaborierter verarbeitete Material zeigte.

Literatur
Anderson, J.R. (1978). Arguments concerning representations for mental imagery. Psychological Review, 85, 249-277.
Craik, F. & Lockhart, R. (1972). Levels of processing: A framework for memory research. Journal of Verbal Learning & Verbal Behavior, 11, 671-684.
T. S. Hyde, J. J. Jenkins (1973). Recall for words as a function of semantic, graphic, and syntactic orienting tasks. Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior, 12, 471-480.Klein, K.-M. (1995). Experimentelle Untersuchungen zu zwei Invarianzhypothesen des Kurzzeitgedächtnisses. Bonn: Pace.





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