Subsumtionstheorie

In seinem Gedächtnismodell der Subsumtionstheorie (subsumieren: lat. einordnen, unterordnen) beschreibt Ausubel (1968) die Annahme, dass neues Wissen von den Lernenden in einer bestimmten Art und Weise aufgenommen wird, und geht davon aus, dass während des Prozesses der Rezeption neues Wissen in ihre kognitive Struktur eingebracht wird. Die kognitive Struktur repräsentiert alle bisherigen Lernerfahrungen eines Individuums, wobei je allgemeiner und inklusiver die Lernerfahrungskonzepte sind, desto höher oben stehen sie in dieser kognitiven Struktur, während speziellere Konzepte in dieser Struktur unten stehen und dadurch eine Hierarchie innerhalb der Lernerfahrungen bilden. Als besondere Konzepte beschreibt Ausubel die so genannten Ankerideen. Es handelt sich bei den Ankerideen um inklusive Konzepte, auf die neue Information bezogen werden, etwa vergleichbar mit einer Wäscheleine, auf die neue Lehrstoffideen aufgehängt werden. Subsumiert werden kann auf verschiedene Arten:

  • Korrelative Subsumtion: Bereits etablierte Konzepte werden durch neuen Lehrstoff erweitert.
  • Derivative Subsumtion: Der Lernstoff wird als etabliertes Konzept verstanden und als solches eingeordnet.
  • Überordnendes Lernen: Bereits etablierte Konzepte werden unter einem neu erlernten Konzept eingeordnet.
  • Kombinatorisches Lernen: Neue Inhalte werden als gleichwertig zu entablierten eingeordnet.
  • Auslöschende Subsumtion: Diese beschreibt das Vergessen durch Verschmelzung untergeordneter Konzepte in übergeordnete, bis keine Unterscheidung zwischen den Konzepten mehr möglich ist.

Dieses, besonders für das Lernen über das Lesen von Texten entwickelte Modell, bietet konkrete Maßnahmen zur Optimierung von Texten, um die Behaltensleistung der Lernenden steigern zu können. Ausubel selbst entwarf dazu drei konkrete Vorschläge:

  • Advanced Organizers: Dabei handelt es sich um vor den eigentlichen Text gestellte kurze Texte, die die zentralen Ideen des Textes in inklusiver Form beinhalten. Dadurch werden Ankerideen bereitgestellt, auf die die neuen Ideen des vermittelnden Textes bezogen werden können.
  • Sequentielle Organisation: Es soll durch die Strukturierung des Textes möglich sein, neue Informationen aufgrund von bereits im Text zuvor dargebotenen Informationen zu verstehen.
  • Festigen:  Die  gelesenen  Konzepte  sollen  durch  Zusammenfassungen, Hervorhebungen im Text und Herausarbeiten von Unterschieden gefestigt werden.

Literatur
Ausubel D.P. (1968). The Psychology of Meaningful Verbal Learning. ew York: Grune & Stratton.




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