Parsing

Parsing oder auch Satzanalyse bezeichnet ursprünglich in der Computerlinguistik die Analyse bzw. Strukturbeschreibung von Sätzen mit Hilfe spezieller Computerprogramme. Parsing bezeichnet in der Psycholinguistik aber auch jenen Prozess des menschlichen Gehirns, mit dem es versucht, sprachliche Strukturen eines Gespräches oder eines Textes durch Hypothesenbildung im Voraus zu erkennen. Menschen denken beim Hören oder auch Lesen von Gesprochenen oder Geschriebenen nämlich immer ein Stück voraus bzw. stellen unbewusst Hypothesen über das Folgende auf, wobei diese Fähigkeit das Sprachverständnis erst ermöglicht bzw. zumindest erleichtert, wenn die Hypothesen zutreffen. Je komplizierter Satzkonstruktionen werden, desto eher läuft das Gehirn Gefahr, eine falsche Annahme über die Fortsetzung oder den Ausgang eines Satzes lange Zeit für richtig zu halten, bzw. die Leserin oder der Leser bleibt lange im Ungewissen, wie es in einem Satz weitergeht. Vor allem bei komplexen wissenschaftlichen Texten oder Vorträgen wird dem Zuhörer oder dem Leser dieses „Vorauslesen“ bzw. „Voraushören“ sehr schwer gemacht. Auch Textverarbeitungsprogramme und Spracherkennungsprogramme arbeiten mit Parsing-Algorithmen, etwa wenn bei der Eingabe eines Wortes am Computer Vorschläge zur Fortsetzung gemacht werden, indem in der Bibliothek bisheriger Wörter die wahrscheinlichste Fortsetzung vorgeschlagen wird.





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