Bildung

Bildung bezeichnet in der Pädagogik die Auseinandersetzung eines Menschen mit sich uns seiner Umwelt mit dem Ziel kompetenten und verantwortlichen Handelns. Bildung als Überprüfung und Erweiterung von Wirklichkeitskonstruktionen ist somit mehr als die bloße Vermittlung und Aneignung von Wissen und Qualifikationen, sondern Bildung ist im weitesten Sinne Selbstaufklärung und Emanzipation.

Der Begriff der Bildung steht in enger Beziehung mit gesellschaftlichen Wertvorstellungen und individuellen Überzeugungen, d. h., er ist politisch und wird daher meist ohne explizite Begründung von unterschiedlichen Interessen genutzt. Bildung ist darüber hinaus sowohl Prozess als auch Produkt eines Prozesses. Ein umfassender Bildungsbegriff geht heute weit über Wissensvermittlung und  traditionellen schulischen Unterricht hinaus, denn Bildung bedeutet die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit, die Vorbereitung auf künftige Lebensabschnitte durch die Nutzung von Wissen und die Möglichkeit zum Weiterlernen sowie die aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Bildung soll und muss auch dazu beitragen, soziale Unterschiede auszugleichen und die Zukunftschancen jener Menschen zu verbessern, deren Ausgangsbedingungen ungünstiger sind.

Bildung wird letztlich verstanden als Entfaltungsvorgang eines Individuums, als eigentlicher Prozess der Menschwerdung, als Entwicklung der Persönlichkeit infolge zielgerichteter Unterrichtung einerseits, und als Ergebnis der Entwicklung, als Grad der Persönlichkeitsentfaltung, als Zustand der Selbstverwirklichung des Menschen andererseits.

Um sich zu bilden, genügt es nach Freinet nicht, dass ein Kind jeden Stoff in sich hineinfrisst, den man ihm mehr oder weniger spannend serviert: es muss selbst handeln, selbst schöpferisch sein. Und es muss vor allem in einer angemessenen Umgebung leben können, es darf nicht in einem unserer modernen Kerker für die gefangene Jugend vor sich hin dämmern. Um das Leben, so intensiv wie möglich zu leben, ist letztlich das Ziel all der Anstrengungen von Bildungseinrichtungen. Dabei ist die Fähigkeit zum Leben so gut wie es nur irgend geht zu entwickeln, die wesentlichste Aufgabe der Schule.

Siehe dazu auch formale Bildung.




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