Wertewandel

Werte sind Eigenschaften, die eng mit dem Selbstbild einer Person verknüpft sind. Sie weisen eine durch Erfahrung gewonnene Basis auf, deren Bewertung nach Gut oder Schlecht eingeordnet wird. Im Bezug auf individuellen oder gesellschaftlichen Wert, gilt es grundlegende Unterscheidungen anzustellen. Dazu sind einige Ansätze vorhanden, die über den Inhalt, die Zahlen und Strukturen Auskunft geben.  Die Wertorientierung beruht auf einem Modell des Wertekreises, indem verschiedene Wertetypen vorgestellt werden.  Ziele werden als gewünschte Zustände gesehen, deren Verschiebung zur Veränderung von Werten führen können und durch Handlungserfahrungen, die positiv oder negativ sein können,  hervorgerufen werden. Erfahrungsgemäß sind die Werte von Menschen situationsbedingt abhängig von einer Vielzahl an Verhaltensabsichten und der daraus ergebenden Handlungsweisen.
Prinzipiell sind einige Fälle der individuellen Veränderungen von Werten zu unterscheiden:  Die Werteentstehung, darunter versteht man die Ausbildung eines Vorstellungssystems. Altersabhängige Werteveränderung, meint Werte, die sich dem Alter entsprechenden Entwicklungsaufgaben nach anpassen oder neu entwickeln. Nicht-normative kritische Lebensereignisse, sind durch Ereignisse hervorgerufene Änderungen von individuellen Werten.  Kollektive kritische Lebensereignisse, betreffen gesellschaftliche Ereignisse, die zur Werteveränderung beitragen. Letztendlich Kohorteneffekte, sie beziehen sich nicht auf individuelle Werteänderungen, sondern differenzieren sich im Hinblick auf Werteentstehungen (vgl. Hofer, Reinders & Fries, 2010,  S. 26,27).
Gesellschaftlicher Wertewandel ist im Allgemeinen so zu erklären, „dass erst dann Gesellschaftlicher Wertewandel vorliegt, wenn zwischen zwei Messzeitpunkten bei den Mitgliedern einer Gesellschaft eine Veränderung der Werte hervorgeht“ (vgl. Hofer, Reinders & Fries, 2010,  S. 28).
Theorien besagen, „dass Werte nach den Bedürfnissen der Menschen widergespiegelt werden und ihr Erreichen in irgendeiner Weise nützlich oder sinnvoll ist“, sowie  „Personen in verschiedenen Kulturen sich selbst, andere und die Beziehungen zwischen sich und anderen in unterschiedlicher Weise konstruieren und dabei unterschiedliche Werteausprägungen ausbilden“ (vgl. Hofer, Reinders & Fries, 2010,  S. 28). „Gemeinsam ist beiden Ansätzen im Kern die Aussage, dass mehr oder weniger distale Faktoren als „Kultursyndrom“ Konsequenzen für die Ausbildung von Werten und anderen Variablen haben, weil sie in der personalen und sachlichen Umgebung einen herausgehobenen Stellenwert erhalten“ (vgl. Hofer, Reinders & Fries, 2010,  S. 28). „Individuelle Werte sollten sich dann ändern, wenn eine Person bei Handlungen einer bestimmten Zielklasse wiederholt entweder positive oder negative Rückmeldungen erfährt“ (vgl. Hofer, Reinders & Fries, 2010,  S. 30). Generell dürfte die Begrenztheit von Ressourcen, die einer Person zur Verfügung stehen, eine Limitierung der Ausprägungen bewirken. Grundsätzlich gibt es so viele Änderungen im Handeln von Personen, wie sich ändernde Situationen, denen sie ausgesetzt sind. Die Autoren beschreiben den Wandel gesellschaftlicher Werte damit, dass die Personen einer Kohorte den gleichen Erfahrungen von Knappheit oder Überfluss ausgesetzt sind“. Hierbei ist zu unterscheiden, ob es sich um einen Vergleich zwischen Generationen in einem bestimmten Zeitintervall handelt, oder um einen Vergleich von Kohorten verschiedener Kulturen (vgl. Hofer, Reinders & Fries, 2010,  S. 32).

Literatur
Hofer, M., Reinders, H., & Fries, S., (2010). Wie sich die Werte ändern – Ein zieltheoretischer Vorschlag zur Erklärung individuellen und gesellschaftlichen Wertewandels. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 42 (1), 26-38.





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