McCollough Effekt

Der McCollough Effekt beschreibt eine unter bestimmten Umständen langanhaltende optische Täuschung, wenn man für längere Zeit vertikal schwarz gestreifte rote Flächen und horizontal schwarz gestreifte grüne Flächen betrachtet. Danach erscheinen alle vertikal gestreiften hellen Felder grün und horizontal gestreifte Felder rot, also in den normalen Gegenfarben, wobei der Effekt stundenlang anhalten kann. Eine Erklärung des Phänomens – der kein Nacheffekt der Sehrezeptoren ist! –  ist das Faktum, dass das menschliche Gehirn eher träge und permanent auf der Suche nach irgendwelchen Vereinfachungen und Parallelen ist. Beim McCollough Effekt hat das Gehirn allmählich die waagerechten Streifen mit der Farbe Rot assoziiert und die senkrechten Streifen mit der Farbe Grün, sodass man ab sofort immer dann, wenn man in seiner Umgebung waagerechte oder senkrechte Streifen sieht, also etwa einen Rolladen oder einen Zaun, der Nacheffekt der Rot-Grün-Streifen wieder in das Gedächtnis gerufen wird. Diese optische Täuschung ist offensichtlich an die Lageorientierung gebunden, die in speziellen Detektorzellen im Gehirn entschlüsselt wird. Benannt ist der Effekt nach der Entdeckerin Celeste McCollough.

Literatur
McCollough, C. (1965). Adaptation of edge-detectors in the human visual system. Science, 149, 1115–1116.
http://en.wikipedia.org/wiki/McCollough_effect http://lite.bu.edu/vision-flash10/applets/Color/McCollough/McCollough.html
http://lite.bu.edu/vision-flash10/applets/Color/McCollough/McCollough.html (08-11-11)


Besonders eindrucksvoll ist die Videoanimation auf http://lite.bu.edu/vision-flash10/applets/Color/McCollough/McCollough.swf




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