Gitterzellen

Gitterzellen – grid cells – sind Nervenzellen in der entorhinalen Hirnrinde, die in räumlichen Gittermustern aktiv sind, wenn sich Lebewesen im Raum orientieren oder fortbewegen, wobei man nach neuesten Untersuchungen annimmt, dass das Gehirn diese räumlichen Aktivitätsmuster ähnlich einsetzt, wie Menschen Gitterlinien auf Stadtplänen oder Landkarten nutzen, um Orte zu lokalisieren oder um Entfernungen zu messen. Unklar war bisher jedoch, wie sich anatomisch im Gehirn ein solches Muster von erregten Nervenzellen bildet. Bei Säugetieren sind zwei Gehirnareale am Aufbau von räumlichen Repräsentationen beteiligt, der Hippocampus und die entorhinale Hirnrinde. Diese Hirnstrukturen speichern Sinneseindrücke und repräsentieren sie in Form einer kognitiven Karte, einer mentalen Darstellung der räumlichen Struktur der Umwelt. In der entorhinalen Hirnrinde entdeckte man nun einen kleinen Zellverband, dessen Nervenzellfortsätze im Raum ein sechseckiges Muster bilden, das eine gewisse Ähnlichkeit mit Gittermustern aufwies, wobei die an dem Netzwerk beteiligten Neurone den gleichen charakteristischen Aktivitätsrhythmus wie Gitterzellen zeigen.

Literatur
Bertel, Sven (2010). Spatial Structures and Visual Attention in Diagrammatic Reasoning. Pabst.




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