Stressprophylaxe

Wenn einer alles selbst machen will,
braucht er sich nicht zu beklagen,
dass er schließlich alles selbst machen muss.
Henri Nannen

Stressprophylaxe im Berufsleben setzt vor allem bei der Verbesserung des persönlichen Arbeitsverhaltens ein, denn richtiges Arbeitsverhalten kann das Ausmaß an Stress, mit dem die Betroffenen konfrontiert werden, bereits im Entstehen erheblich reduzieren. Wenn Menschen über Termindruck, Überlastung und Überarbeitung klagen, dann liegt das häufig in einer falschen Termin- und Arbeitsorganisation begründet. Stressfreies Arbeitsverhalten bedeutet im Wesentlichen Prioritäten setzen, d. h., der Wert eines Mitarbeiters in einer Organisation richtet sich danach, wie gut er das Wichtige erledigt, und nicht darin, wie gut er das weniger Wichtige erledigt. Des Weiteren findet sich ein Mangel an Bereitschaft zu delegieren, was meist kein organisatorisches, sondern ein persönliches Problem darstellt. Menschen, denen Delegieren schwerfällt, haben die Tendenz, zusätzliche Arbeiten an sich zu reißen, um ihre Bedeutung und ihre Unersetzbarkeit zu demonstrieren. Die Erfahrung zeigt auch, dass häufig trotz guter Planung und trotz Delegierens nur 80 Prozent des geplanten Arbeitsumfanges erledigt werden, was daran liegt, dass zu eng geplant wurde, zu wenige Zeitpuffer und zu wenig Zeit für Unvorhergesehenes reserviert worden ist. Neben der richtigen Arbeitsmethodik spielt für die Stressprophylaxe auch die Freude an der Arbeit eine große Rolle, denn Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die Freude an der Arbeit haben, kaum oder gar nicht unter Stresssymptomen leiden. Dabei sind wirksame soziale Unterstützung und befriedigende Sozialkontakte ein wirksamer Puffer gegenüber belastenden und schädigenden Einflüssen von Stress und Überforderung. Auch in diesem Bereich haben Untersuchungen gezeigt, dass wirkungsvolle soziale Unterstützungssysteme am Arbeitsplatz nicht nur die Arbeitszufriedenheit, die Leistungsbereitschaft und die Leistungsfähigkeit erhöhen, sondern auch zuverlässig vor Burnout schützen.

Literatur
Gusy, B. (1995). Stressoren in der Arbeit, soziale Unterstützung und Burnout: eine Kausalanalyse. München: Profil Verlag.
Linneweh, K. (1996). Streßmanagemen. Stuttgart: Dt. Sparkassenverlag.





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