sensorisches Register

Nach dem Mehrspeichermodell wird die Information aus der Umgebung zunächst über die Sinnesorgane aufgenommen und dann in ein sensorisches Register, auch als Immediatgedächtnis, Ultrakurzzeitgedächtnis oder Ultrakurzzeitspeicher bezeichnet , zwischengespeichert. Bei der Betrachtung des Gedächtnisses ist dabei zu unterscheiden zwischen dem sensorischen Gedächtnis und dem sensorischen Register (mit Speicherdauer im Subsekundenbereich), das als Teil des Wahrnehmungsapparats verstanden werden kann. Man spricht auch von einem ikonisch-echoischen Speicher bzw. sensorischer Puffer. Informationen, denen der Organismus ausgesetzt ist, werden zunächst im sensorischen Register – manchmal auch Ultrakurzzeitgedächtnis bezeichnet – registriert. Die Dauer der Speicherung, die bioelektrischer Art ist, beträgt Bruchteile von Sekunden. Während dieser Zeitspanne wird über verschiedene Kontrollprozesse entschieden, ob eine Information weitergeleitet wird oder nicht. Bestimmte Informationen, die sich im sensorischen Register befinden, dringen in das Kurzzeitgedächtnis vor.

Das sensorische Register wird auch als sensorisches Gedächtnis (sensory memory) bezeichnet, das für die unmittelbare, sehr kurze Zwischenspeicherung sensorischer Informationen im Gedächtnissystem zuständig ist. Das sensorische Register ist für visuelle und akustische Reize sehr gut erforscht und seine Existenz lässt sich für diese Reize relativ eindeutig belegen. Die meisten Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass für jede Sinnesmodalität ein eigenes sensorisches Register existiert. Aus dem Bereich der Gedächtnisleistung von visuellen Sinneswahrnehmungen (ikonisches Gedächtnis) liegen die umfangreichsten Forschungen vor. In der neueren Forschung kamen Zweifel an der Existenz des sensorischen Registers als unabhängigem Speicher auf, denn es konnte gezeigt werden, dass Informationen schon im ikonischen Gedächtnis kodiert verarbeitet werden. Damit konnte die Speicherung als unkodierter visueller Reiz widerlegt werden.

Literatur
Stangl, W. (1998). Speicherabhängige Gedächtnisformen.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/ModelleSpeicher.shtml (98-12-12)



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