Entwicklung

Unter Entwicklung versteht man im Allgemeinen einen Prozess der Entstehung, der Veränderung bzw. des Vergehens, wobei drei Prinzipien zu Grunde liegen: das Prinzip des Wachstums, das Prinzip der Reifung und das Prinzip des Lernens. Das Prinzip des Wachstums und Veränderung bezieht sich vor allem auf die Körperstruktur und zwar in Bezug auf Form, Größe, Anzahl, Lage und Position, während der Ausdruck Reifung die Entwicklung von Reflexen, Instinkten oder anderen unerlernte Verhaltensweisen bezeichnet. Die Prinzipien des Lernens beziehen sich außer auf den Bereich des Konditionierens und der Extinktion auch auf den Bereich des schulischen Lernens und anderer Umwelteinflüsse. Entwicklung bezeichnet in der Psychologie daher einen dynamischen Prozess, der von Anfang an in Wechselwirkung zwischen dem sich entwickelnden Kind, seinen Bezugspersonen und deren Lebenszusammenhang steht, d. h., Entwicklung ist das Ergebnis der Interaktion zwischen Kind und seiner Umwelt. Gerade im Kleinkindalter, in dem das Kind auf die Unterstützung und Hilfe der Erwachsenen angewiesen ist, ist diese Wechselbeziehung von besonderer Bedeutung, denn so profitiert etwa das Kleinkind von der Erfahrung, wenn es von seinen Bezugspersonen zuverlässige Zuwendung bei Kummer, Überforderung und Stress erhält und allmählich lernt, sich zunehmend selber zu regulieren. Ein von der Anlage her leicht irritierbarer Säugling kann wiederum seine Bezugspersonen überfordern, was sich ebenfalls auf die allgemeine Entwicklung auswirken kann. Besonders das Säuglings- und Kleinkindalter ist geprägt von einer besonderen Entwicklungsdynamik mit rasch abfolgenden Reifungs-, Lern- und Anpassungsprozessen, wobei Entwicklung von Beginn an in unterschiedlichen Ausprägungen und in unterschiedlichem Entwicklungstempo verläuft. Psychische Entwicklung enthält sowohl kontinuierliche als auch diskontinuierliche Elemente, d. h., es gibt Entwicklungsstufen, die zeitlich aufeinander folgen und solche Schritte, die sich nicht aufbauend entwickeln sondern spontan erscheinen. In der Sprachentwicklung ist der Verlauf stets kontinuierlich, während die Bewegungsentwicklung nicht kontinuierlich abläuft, denn manche Kinder krabbeln nicht , bevor sie zu laufen beginnen. Oft geht das Erreichen einer neuen Entwicklungsstufe mit einer Neuorganisation der bisherigen Verhaltensweisen einher und ist auch mit Unsicherheit verbunden, bis sich die neu erworbenen Fähigkeiten stabilisiert haben. So führt die zunehmende Selbstständigkeit des Kindes zur Verunsicherung, was  sich unter anderem dadurch äußert, dass sich das Kind einmal ganz allein anziehen möchte und dann wieder die Hilfe der Bezugspersonen vehement einfordert.

Siehe dazu die Arbeitsblätter zur Entwicklungspsychologie.

Literatur
Paschon, A., Zeilinger, M., Jaeger, S. & Kolmberger, N. (2008). Salzburger Beobachtungskonzept. Entwicklungspsychologischer Teil.
Universiät Salzburg.
Stangl, W. (1997). Psychologie der Entwicklung.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/ (97-09-21)




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