Eskapismus

Als Eskapismus, Realitätsflucht oder Wirklichkeitsflucht bezeichnet man die Tendenz mancher Menschen, aus oder vor der realen Welt zu flüchten. Eskapismus ist somit ein vermeidungshandlung, wobei bewusst oder unbewusst gesellschaftliche Zielsetzungen und Handlungsvorstellungen verweigert werden. Diese Flucht vor der Realität kann durch geistiges und soziales Abschirmen, durch eine Hinwendung zum Irrationalen, einen übermäßigen Gebrauch von Medien aller Art oder auch durch die EInnahme von Drogen vollzogen werden. Eskapismus ist oft eine Folge von persönlichkeits- oder sozialstrukturell bedingter Frustrationen.

Eskapismus im psychologischen Sinn entsteht allgemein, wenn der Betroffene verstärkt bei fiktiven Handlungsabläufen aktiv agiert (etwa durch Sprechen mit den Medienfiguren, Einbildung einer Kommunikation) und somit einen Abstand zu seiner eigenen Realität schafft und dort auch nicht mehr zurückkehren kann bzw. möchte. Häufig ist man nicht mehr in der Lage diese zu verbessern, da man sich schlimmstenfalls voll und ganz auf eine falsche Realität und nicht die Probleme der eigenen Realität fokussiert.

In der Medienpsychologie gilt Eskapismus als ein zentrales Motiv der Mediennutzung, denn die Medien werden zur Befriedigung affektiver Bedürfnisse herangezogen. In der Medienforschung wird Eskapismus dem Uses-and-Gratifications-Ansatz zugeordnet, indem Medienangebote zur Alltagsflucht gewählt werden.





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