Syllogismus

Ein Syllogismus (das Zusammenzählen) bezeichnet eine Aussage und Argumentationsform vor allem in der traditionellen Logik, in der aus zwei Behauptungen oder Urteilen (Prämissen) eine Schlussfolgerung gezogen wird. Ein vollständiger Syllogismus besteht stets aus zwei Prämissen (oder Voraussetzungen) und einer Konklusion (oder Schluss), wobei jede Prämisse einen Begriff mit der anderen Prämisse und einen Begriff mit der Konklusion gemeinsam hat. Dabei wird die erste Voraussetzung Majorprämisse oder Obersatz (Proposia maior), die zweite Minorprämisse oder Untersatz (Proposio minor) genannt. Das berühmteste Beispiel für einen Syllogismus bezieht sich auf den Philosophen Sokrates und lautet: Alle Menschen sind sterblich (Proposia maior), Sokrates ist ein Mensch (Proposia minor), also ist auch Sokrates sterblich.

Eine typisches Beispiel aus zahlreichen Intelligenztests ist das Weiterführen von Zahlenreihen oder auch Zahlenfolgen: dabei stehen die Zahlen einer Zahlenreihe in Verbindung oder in ein einem bestimmten Verhältnis zueinander. So werden sie oft addiert oder subtrahiert, und wer das Muster richtig erkennt, kann die Reihe dann sinnvoll weiterführen oder ergänzen. Wesentlich schwierigere Aufgaben ergeben sich, wenn multipliziert oder dividiert werden muss, um eine Zahlreihe fortzusetzen. Im Grunde kann man diese Fähigkeiten bis zu einem gewissen Grad üben, doch gibt es dann meist einen Punkt, an dem die individuelle Leistung durch Übung nicht mehr gesteigert werden kann – dieser Punkt ist dann die messbare Intelligenz.

Beispiele
7 – 72 – 14 – 64 – 21 – 56 – 28 – 48 – ? – ?
6 – 72 – 36 – 9 – 9 – 18 – 54 – 3 – ? – ?

Syllogismen können mit Hilfe eines Venn Diagramms gelöst werden.

In vielen Aufnahmeverfahren von Bewerbern um einen Arbeitsplatz werden vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch unterschiedliche Tests mit Analogien durchgeführt. Bei ihnen kommt es in vielen Fällen auf die Befähigung zum Syllogismus an, denn wenn jemand in der Lage ist, aus vorhandenen Tatsachen die richtigen Schlüsse zu ziehen, dann wird diese Kompetenz auch im Berufsalltag zum Tragen kommen. Das trifft besonders auf Tests mit Analogien zu, wobei hier etwa Wortpaare gezeigt werden, die durch einen dritten Begriff ergänzt werden müssen. Wichtig ist es dabei zu erkennen, in welchem Verhältnis die Worte zueinander stehen. Diese Fertigkeiten lassen sich bis zu einem gewissen Grad üben.

Literatur
Stangl, W. (1995). Deduktives Denken.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/DENKENTWICKLUNG/Deduktion.shtml#Syllogismus (95-11-12)

 

 

 

 

 

 

 

 


Lösungen: 35 – 14 bzw.  54 – 3




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