sensation seeking

ist das Suchen nach Abwechslung und neuen Erlebnissen, um eine ständige Spannung zu erleben. Es handelt sich dabei um ein physiologisch begründetes Persönlichkeitskontrukt, wobei man davon ausgeht, dass es für jeden Menschen ein optimales Erregungsniveau gibt, wobei man über das Aufsuchen oder Vermeiden von stimulierenden Reizen die Erregung regulieren kann. Dabei suchen Menschen mit einem geringen initialen Erregungsniveau eher aufregende Reize und werden somit als Sensation-Seeker bezeichnet. Diese Menschen suchen ständig neue Reize, um den gewünschten Pegel einer Stimulierung halten zu können. Es gibt demnach interindividuelle Unterschiede im Neugierverhalten, wobei diese auch intern bedingt sind und nicht nur vom Reiz abhängen müssen. Ein bekanntes Verfahren ist die Sensation Seeking Skala von Zuckerman. Sie war konstruiert worden, um interindividuelle Unterschiede im Ertragen von Isolation und sensorischer Deprivation vorherzusagen. Der Fragebogen umfasst vier Skalen:

  • Thrill and adventure seeking
  • Experience Seeking
  • Disinhibition
  • Boredom Susceptibility

Einige Befunde deuten auf einen dispositionellen genetischen Faktor hin. In Zwillingsstudien fand sich ein Erblichkeitsanteil von 58 – 68 %.

Menschen mit dem Persönlichkeitsmerkmal “sensation seeking“ scheinen übrigens nach einer Studie der Université Libre de Bruxelles aus dem Jahr 2004 durch das ständige Suchen nach Abwechslung und neuen Erlebnissen für Drogenkonsum anfälliger zu sein. Heroinkonsumenten wiesen höhere Werte in “sensation seeking“ auf als die Alkoholabhängigen, was auch ein Hinweis darauf sein könnte, wie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale die Wahl einer Droge mitbestimmen.

Literatur
Zuckerman, M. (1988). Behavior and Biology: Research on Sensation Seeking and Reactions to the Media. In L. Donohew, H.E. Sypher and E.T. Higgins (Eds.), Communication, Social Cognition and Affect. Hillsdale, New Jersey: Lawrence Erlbaum.



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