Parentifizierung

Parentifizierung beschreibt eine Art Rollenumkehr zwischen Eltern und Kind, wobei die Eltern dem Kind eine nicht kindgerechte und vor allem überfordernde „Eltern-Rolle“ zuweisen. Kinder verlieren durch Überforderung mit den von den Eltern bewussten oder unbewussten unangemessenen Erwartungen ihre Spontanität, Lebhaftigkeit und Sorglosigkeit und entwickeln möglicherweise massive, nicht realitätsangepasste Anforderungen an sich selbst, Perfektionismus, Isolation, Einsamkeit, emotionale Belastung aufgrund von Spannung zwischen dem Gefühl der Macht und der Angst vor dem Versagen, vermindertes Selbstwertgefühl, Verhaltensauffälligkeiten, intellektuelle Beeinträchtigungen, Depressionen, somatische Beschwerden, Suizidgedanken, Essstörungen, Substanzmissbrauch und andere.  Solche Entwicklungsstörungen in der Kindheit haben Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter und häufig geschieht die Weitergabe über nachfolgende Generationen. Besonders gut beobachtet hat man dies bei der Kriegs- und Nachkriegsgeneration bzw. deren Kindern und Enkelkindern, die die Traumata ihrer Eltern in ihre Persönlichkeit integrierten.

Siehe auch Imago Therapie


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:


Falls Sie im Lexikon nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche auf weiteren einschlägigen Webseiten des Autors nach relevanten Informationen aus den Bereichen Psychologie und Pädagogik suchen.

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu