Idealtypus

Das Konzept des Idealtypus wurde von Max Weber im Rahmen seiner verstehenden Soziologie entwickelt worden und ein Arbeitsmittel interpretativer Sozialforschung, das auch in der Psychologie Verwendung findet. Ein Idealtypus wird  durch einseitige Steigerung eines oder mehrer Aspekte und durch Zusammenschluss einer Fülle von diffusen und diskreten Einzelerscheinungen gewonnen, die sich zu einem in sich einheitlichen Gedankengebilde zusammenfügen. Idealtypen sind meist durch Interpretation gewonnene prägnante Bilder etwa der typische Österreicher oder der typische Verkäufer. Dabei machen Verdichtung und Übersteigerung die eigentümliche Zwischenstellung des Idealtypus zwischen Theorie und Empirie aus, d. h., er ist selber keine Hypothese aber weist der Hypothesenbildung die Richtung. Ein Idealtypus ist daher niemal eine Darstellung des Wirklichen, aber er verleiht als Prototyp der Darstellung eine Vorstellung, was mit ihm gemeint ist. Da die Konstruktion von Idealtypen durchaus den Anspruch erhebt, neue Einsichten in die Wirklichkeit zu vermitteln, ist die umfassende Kenntnis der Bezugsrealität unerläßlich.

 




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