Testtheorie

Die psychologische Testtheorie macht Annahmen über die Zusammenhänge von Testleistungen und dem zu erfassenden Merkmal, wobei es keine einheitliche Testtheorie gibt, sondern verschiedene formale Zugänge zur Erfassung menschlicher Merkmale. Im Wesentlichen unterscheidet man in der Psychologie die klassische Testtheorie und die probabilistische Testtheorie.

Die klassische Testtheorie – auch als Messfehlertheorie bezeichnet – geht von der Grundannahme aus, dass bestimmte Zusammenhänge zwischen individuellen Merkmalen und Testwerten anhand von fünf Axiomen zu Messfehlern bestimmt werden können:

  • beobachteter Wert = wahrer Wert + Fehlerwert;
  • Erwartungswert bzw. die Summe der Fehler = 0;
  • wahrer Wert und Fehlerwert korrelieren nicht systematisch miteinander;
  • wahrer Wert und Fehlerwert zweier verschiedener Tests korrelieren nicht systematisch miteinander;
  • Fehlerwerte verschiedener Tests korrelieren nicht systematisch miteinander.

Die Bestimmung des Messfehlers ist ein wichtiger Aspekt der Reliabilitätsschätzung.

Die probabilistische Testtheorie ist ein Sammelbegriff für Theorien, die Testergebnisse als Indikatoren latenter Merkmale auffassen. Als wichtige Theoriefamilie ist der Komplex der Item-Response-Theorie (prototypisch das Rasch-Modell) zu nennen, in der gleichzeitig Item- und Personenparameter Berücksichtigung finden.



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