obligatorisches Schauen

Die Orientierung von Babys auf Bewegungsreize wird subkortical auf der Stammhirn-Ebene gesteuert, wobei das Blickfolgeverhalten zunächst nicht gleitend sondern ruckartig erfolgt und dem sich bewegenden Gegenstand leicht hinterherhängt. Etwa vier Wochen nach der Geburt zeigen Säuglinge das obligatorisches Schauen, d. h., ihr Blick klebt an einmal fixierten Gegenständen und kann sich nicht leicht von ihnen lösen. Erst ab dem zweiten Lebensmonat beginnen die Kinder damit, gleitende Blickfolgebewegungen zu zeigen und reagieren nun auch verstärkt auf Objekte, die sich aus der Mitte ihres Sichtfeldes heraus bewegen. Mit etwa drei Monaten gelingt es ihnen dann sogar, die Bewegungsbahn eines Objektes zu antizipieren und mit ihren Blicken dem Objekt vorauszueilen, wobei diese Fähigkeit im vierten Lebensmonat normalerweise voll ausgeprägt ist. Säuglinge erkennen und schauen insbesondere auf Gesichter-Reize und hier speziell auf bewegliche, weshalb man vermutet, dass sie über eine angeborene Gesichter-Präferenz verfügen. Generell werden bewegte Reize einer mittleren Größe mit höherer Wahrscheinlichkeit beachtet als statische oder zu kleine oder große Reize, besonders wenn sie von der Peripherie her in das Blickfeld eines Säuglings eintreten.

Literatur
Pauen, Sabina & Vonderlin, Eva (2007). Entwicklungsdiagnostik in den ersten drei Lebensjahren. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung.




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