Inhaltsanalyse

Bei der Inhaltsanalyse handelt es sich wiederum um einen Sammelbegriff für verschiedene konkrete empirische Verfahren der pdychologischen Datenerhebung, wobei diesen Verfahren aber im Wesentlichen dasselbe Ziel und dasselbe Prinzip zugrundeliegt, nämlich die Bedeutung von Texten im Hinblick auf ausgewählte Aspekte zu ermitteln. Dies geschieht, indem die interessierenden Bedeutungsaspekte in Form von Kategorien expliziert werden, wobei diese Kategorien Anweisungen enthalten, unter welchen Bedingungen ein Textabschnitt einer Kategorie zuzuordnen ist. Die Zuordnung der Texte zu den Kategorien und damit die Ermittlung ihrer Bedeutung erfolgt entsprechend diesen Anweisungen. Bei der Inhaltsanalysehandelt es sich um ein datenreduzierendes Verfahren, d.h., die Vielfalt eines Textmaterials wird einer begrenzten Zahl von Kategorien zugeordnet und damit überschaubarer gemacht.

Quantitativ orientierte inhaltsanalytische Verfahren sehen eine Absicherung der Objektivität und Reliabilität der Kodierungen vor, indem die Kodierung unabhängig voneinander durch mehrere Personen vorgenommen wird, wobei deren Übereinstimmung quantifiziert und hinsichtlich ihrer Güte bewertet wird. In qualitativ orientierten Inhaltsanalysen wird die Kodierung meist von einer Einzelperson vorgenommen.

Linktipp: Kostenlose Software zur Auswertung einer qualitativen Inhaltsanalyse: QCAmap

Ein Team um Philipp Mayring und Thomas Fenzl haben mit Unterstützung der Universität Klagenfurt QCAmap entwickelt, eine Software zur Auswertung von Texten mit qualitativer Inhaltsanalyse. Die Grundgedanken sind: interaktiv durch die einzelnen Schritte induktiver Kategorienentwicklung und deduktiver Kategorienanwendung führend, wie: Fragestellung, inhaltsanalytische Einheiten, Definitionen, Kodierleitfaden, Ablaufmodell, Pilotstudie, Kodierübereinstimmung. Als Web-Applikation wird sie immer auf dem neuesten Entwicklungsstand gehalten und ist als Open Access Software kostenlos verfügbar. QCAmap ist eine robuste und bequem zu bedienende, voll funktionsfähige sowie englischsprachige Webapplikation, mit der Personen mit Grundkenntnissen in der qualitativen Inhaltsanalyse (kurz: QIA) ihre Textmaterialien mit den Techniken der induktiven Kategorienbildung und der deduktiven Kategorienanwendung auswerten können. Im Programm werden die NutzerInnen nach erfolgter Registrierung entsprechend der Ablaufmodelle und Regeln der QIA geleitet. Der Export des Analyseergebnisses erfolgt über CSV, sodass diese in gängige Auswertungsprogramme (z.B. SPSS) importiert werden können, um quantitative Auswertungsschritte im Anschluss an die qualitative Auswertung zu ermöglichen und damit Mixed Methods Ansätze in der empirischen Forschung zu unterstützen.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit des Instituts für Psychologie, Abteilung für Angewandte Psychologie und Methodenforschung und des Zentrum für Evaluation und Forschungsberatung (Prof. Mayring, Dr. Fenzl), der Firma coUnity und dem Institut für Informatik‐Systeme umgesetzt. Die aktuelle, funktionsfähige und erprobte Version der Webapplikation steht kostenfrei zur Verfügung und kann über die Webadressen www.qcamap.org aufgerufen werden: http://www.qcamap.org/
Eine einführende Präsentation sowie weitere Materialien haben wurde im Internet bereitgestellt: http://www.qualitative-content-analysis.aau.at/de/software/

Siehe im Detail „Gibt es eine Möglichkeit, wie man Arbeitsblätter aus dem Unterricht qualitativ auswerten kann?„: Inhaltsanalyse, content analysis.

Literatur
Berelson, B. (1952). Content analysis in communication research. Glencoe, Ill.: Free Press.
Mayring, P. (2000). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Deutscher Studien Verlag,.
Merten, K. (1983). Inhaltsanalyse. Einführung in Theorie, Methode und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Rust, H. (1983). Inhaltsanalyse. Die Praxis der indirekten Interaktionsforschung in Psychologie und Psychotherapie. München: Urban & Schwarzenberg.
Wirth, W. & Lauf, E. (Hrsg.) (2001). Inhaltsanalyse: Perspektiven, Probleme, Potentiale. Köln: Herbert von Halem Verlag.




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