standardisierte Beobachtung

Eine Beobachtung in der Wissenschaft unterscheidet sich von der Beobachtung im Alltag insbesondere darin, dass wissenschaftliche Beobachtung immer eine systematische Beobachtung ist. Systematisch zu beobachten bedeutet, dass man von vornherein festlegt, was man beobachten will, zu welchen Zeitpunkten, in welchen Zeiträumen und Situationen, wobei die Auswahl so zu treffen ist, dass für die Fragestellung repräsentative Ergebnisse zu erwarten sind.

Eine standardisierte Beobachtung in der Psychologie basiert auf einem Beobachtungsschema, in dem Klassen möglicher Ereignisse vorgegeben und eindeutig definiert sind. Die Anforderungen an Beobachtungsschemata entsprechen denen an inhaltsanalytische Kategoriensysteme. Bei einer standardisiserten Beobachtung kreuzen BeobachterInnen an, welche Ereignisklassen im Beobachtungszeitraum aufgetreten ist. Um eine Objektivität der Beobachtungen zu gewährleisten, wird der Zusammenhang zwischen den Ereignisklassifikationen mehrerer BeobachterInnen ermittelt.

Bei einer nicht-standardisierten Beobachtung ist lediglich festgelegt, auf welche Arten von Ereignissen sich die Beobachtung richten soll und die Beobachtungsdimensionen und Ereignisklassen werden erst im Verlauf des Beobachtungsprozesses ermittelt. In der quantitativen Forschung dominiert die standardisierte Form der Beobachtung, während die qualitative Forschung häufiger mit der nicht-standardisierten Beobachtung arbeitet.

Quelle
Schreier, M. (2002/03). Einführung in die psychologische Methodenlehre. Skript zur Vorlesung. Universität Köln.




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