Konsenstheorie

Als Konsenstheorie oder Diskurstheorie bezeichnet man die erkenntnistheoretische Auffassung, dass die Wahrheit einer (wissenschaftlichen) Behauptung davon abhängt, ob sich über diese Behauptung allein durch Argumentation ein allgemeiner Konsens herstellen lässt. Die Konsenstheorie als wissenschaftliche Wahrheitstheorie besagt schließlich, dass wissenschaftliche Wahrheit allein durch den Konsens von ExpertInnen festgestellt werden kann. Konsensfähigkeit als Kriterium für die Wahrheit bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Wahrheit davon abhängt, ob in Bezug auf die Behauptung tatsächlich eine einstimmige Zustimmung besteht, denn über die Wahrheit kann man grundsätzlich nicht abstimmen, denn theoretisch kann ein Einzelner gegen alle anderen Recht haben. Man kann jedoch in dem Maße Wahrheit und Allgemeingültigkeit für eine Behauptung beanspruchen, wenn man über allgemein nachvollziehbare, verständliche und letztlich akzeptable Argumente zur Begründung verfügt. So ist etwa Jürgen Habermas ein Vertreter der Konsenstheorie, wenn er in seinen Arbeiten die These vertritt, dass durch einen herrschaftsfreien Diskurs und durch die Geltungsansprüche der Alltagssprache so etwas wie Wahrheitsfindung möglich ist.

Literatur
Habermas, J. (1981). Theorie des kommunikativen Handelns. Frankfurt: Suhrkamp.
http://de.wikipedia.org/wiki/Konsenstheorie_der_Wahrheit (09-11-21)





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