Delphi-Studie

Bei der Befragungstechnik der Delphi-Studie oder Delphi-Methode werden ausgesuchte ExpertInnen in einem mehrstufigen Verfahren zu einem komplexen Phänomen befragt (vgl. Häder & Häder 2000; Linstone & Turoff 2002). Besonders geeignet sind Delphi-Befragungen für die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des Eintretens verschiedener Szenarien in Bildungsentwicklungen.

Meist beginnt eine Delphi-Studie mit einer offenen, mündlichen Befragung einer kleineren Gruppe von FachexpertInnen über mögliche Szenarien und Faktoren zukünftiger Entwicklungen. Unter Ergänzung durch bestehende Theorien wird dann auf dieser Basis meist ein Fragebogen entwickelt, der einer größeren Gruppe von ExpertInnen zur Einschätzung vorgelegt wird.

Nach dem ersten Ausfüllen des Fragebogens wird den teilnehmenden ExpertInnen das Ergebnis aller Befragung in geeigneter Form anonym zurückgemeldet. Dies geschieht mit dem Auftrag, den Fragebogen noch einmal auszufüllen und dabei die eigene Meinung nach Möglichkeit zu revidieren, so dass ein größtmöglicher Konsens entsteht.

Der Vorteil der Delphi-Befragung liegt in der strukturierten Konsensfindung zu bestimmten Fragen, ohne dass dieser Prozess durch Faktoren wie Status der Befragten verzerrt wird. Kritisch scheint, dass durch diesen rekursiven Prozess ein Konsens erzeugt wird, der unter Umständen unter den ExpertInnen gar nicht besteht.

Literatur
Häder, M. & Häder, S. (Hrsg.). (2000). Die Delphi-Technik in den Sozialwissenschaften. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.
Linstone, H. A. & Turoff, M. (Hrsg.). (2002). The Delphi Method: Techniques and Applications. New Jersey: Science and Technology University.





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