Medienabhängigkeit

Medienabhängigkeit oder Mediensucht ist im Gegensatz zur Glücksspielsucht keine klar definierte und somit anerkannte Krankheit, doch nach neueren Untersuchungen sind etwa in Deutschland über zwei Millionen Menschen mediensüchtig. Bei der Beurteilung einer Mediensucht ist nicht die Beschäftigungsdauer allein maßgeblich, denn suchtgefährdet sind vielmehr Menschen, die sich gedanklich ständig damit beschäftigen bzw. den Drang verspüren, das Level immer weiter zu erhöhen, so dass die Lebensqualität darunter leidet. Problematisch ist dabei fast ausschließlich die private Nutzung, denn die Medien sind nicht mehr aus dem Berufsleben wegzudenken.

Unter Kindern und Jugendlichen besonders gefährdet sind vorwiegend Knaben, die meist Computerspielen und Online-Rollenspielen verfallen sind und dort eine zweite Persönlichkeit entwickeln. Mädchen zeigen hingegen Suchttendenzen überwiegend in sozialen Netzwerken wie Facebook & Co., wo sie Kontakte und Anerkennung suchen. Nach Ansicht von Experten sind vor allem Kinder mit ADHS besonders anfällig für Mediensucht, wobei der exzessive Konsum etwa dreimal so stark ausgeprägt ist wie bei den übrigen. Kinder mit ADHS reagieren viel impulsiver auf Reize und sie greifen diese sofort auf, wenn ihnen eine Belohnung angeboten wird, d. h., solchen Kindern kommt der schnelle Belohnungsmechanismus der Computerspiele sehr entgegen. Zwar entwickeltn Kinder mit ADHS durch regelmäßiges Computerspielen gute Fertigkeiten im Erkennen von Nebensächlichkeiten, wodurch diese Kinder dann im Alltag und in der Schule große Schwierigkeiten haben, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, sodass sie beim Computerspiel vorwiegend eine Aufmerksamkeit für Unwichtiges entwickeln.





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