Deckeneffekt

Der Deckeneffekt, auch bekant unter Dacheffekt, Plafond-Effekt bzw. ceiling effect, bezeichnet in der psychologischen Testtheorie jenen Messfehler, der auf einer Überschreitung des Messbereichs beruht. Konkret ermittelt ein guter Test auch die Unterschiede zwischen Menschen in den Extrembereichen, also bei den sehr guten bzw. sehr schwachen ProbandInnen. Ist ein Test aber zu einfach, dass viele ProbandInnen das höchste Ergebnis erzielen, obwohl ihre wahre Leistungsfähigkeit sehr verschieden ist, kann der psychologische Test im extremen Bereich nicht mehr differenzieren. Für Personen mit hohen Testleistungen z.B. in einem Intelligenztest ist dieser zu leicht, wodurch diese Personen alle oder fast alle Testaufgaben lösen können und der Test diesen Personen einen Testwert zuordnet, der das tatsächliche Leistungsvermögen nicht mehr adäquat widerspiegelt, Das liegt in der Praxis unter Umständen auch daran, dass im Rahmen vorgegebener Zeitgrenzen selbst leistungsstarke Versuchspersonen bei der Bearbeitung von Testaufgaben mit ihrer Testleistung an eine Grenze stoßen. Methodisch betrachtet sinkt die Varianz und damit die interindividuelle Differenzierungskraft eines Testverfahrens.

Das Gegenstück durch Unterschreitung des Messbereichs nennt man Bodeneffekt bzw. floor effect.




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