Geschmacksaversion

Als Geschmacksaversion wird die Ablehnung bestimmter Geschmacksreize und im weiteren Sinne ein Widerwille gegen bestimmte Speisen bezeichnet, der sich bis zum Ekel steigern kann, wobei es angeborene (bitter, sauer) und erworbene Geschmacksaversionen gibt. Beim Geschmacksaversionslernen handelt es sich um eine Form der klassischen Konditionierung.

Bei der Entstehung von Nahrungsmittelaversionen tritt die Aversion häufig bereits nach dem ersten Durchgang auf und ist sehr stabil, was im Sinne des Überlebens eines Lebewesens sehr zweckmäßig ist. Bei zu Übelkeit führenden Stimuli gelingt sogar die Ausbildung einer stabilen bedingten Reaktion, obwohl die unkonditionierte Reaktion (Übelkeit, Erbrechen) manchmal erst später (eine bis mehrere Stunden) nach Darbietung des konditionierten Stimulus auftritt. Eine Anwendung in der Landwirtschaft bewies, dass in einem Areal, das häufig von Wölfen heimgesucht wurde, und bei dem Schaffleisch mit einer emetischen (=
Übelkeit erzeugenden) Droge und mit Fell präpariert wurde, die Wölfe diese Reizkombination als Schaf identifizierten.

Siehe auch den Garcia-Effekt.




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