Aphasie

1. Definition
„Zentral (=im Gehirn) bedingte Sprachstörung, Hirnwerkzeugstörung“ (Tewes & Wildgrube 1992, S. 25).

2. Definition
Im 19. Jahrhundert fanden Paul Broca und Carl Wernickel etwa zeitgleich heraus, dass Läsionen in der linken Hemisphäre des Gehirns zu Sprachstörungen führen, bei welchen der Fluss der Spontansprache großteils erhalten bleibt, die wesentlichen Teile der Äußerungen von Erkrankten jedoch weitgehend unverständlich sind. Weiters zeigten die von dieser Störung betroffenen Personen massive Defizite beim Sprachgebrauch. Solche charakteristische Sprachstörungen infolge von Hirnläsionen werden als Aphasie bezeichnet (vgl. Pawlik, S. 214).

3. Definition
„Aphasie (griech. Aphasia „Nicht-Sprechen“)
Sprachlosigkeit, bei Skeptikern der Verzicht, etwas über Dinge auszusagen, von denen wir nichts sicheres Wissen (-> Epoche). In der Medizin die Unfähigkeit für das, was ausgedrückt werden soll, die Worte zu finden (amnestische A.) oder die Unfähigkeit den Sinn gehörter oder gelesener Worte zu verstehen (sensorische A., Worttaubheit, Wortblindheit)“ (Schmidt 2006, S. 27).

4. Definition
„Aphasie ist der Oberbegriff für zentrale Störungen der bereits erworbenen Sprache. Es handelt sich dabei um Störungen der Symbolfunktion, die sowohl expressive und rezeptive Sprachfunktionen gleichzeitig als auch unabhängig voneinander beeinträchtigen können. In der Regel ist nicht nur die Lautsprache, sondern auch die Schriftsprache betroffen (Alexie, Agraphie)“ (Knura & Neumann 1980, S. 31).

5. Definition
„Aphasie nennt man eine spezielle Störung der Sprachfähigkeit, die bei bestimmten herdförmigen Gehirnerkrankungen auftritt“ (Ritter 2006, S. 436).
Verwendete Literatur
Knura, G. & Neumann, B. (1980). Pädagogik der Sprachbehinderten. Berlin: Carl Marhold Verlagsbuchhandlung.
Pawlik, K. (2006). Handbuch Psychologie. Wissenschaft – Anwendung – Berufsfelder. Berlin: Springer Verlag.
Ritter, J. (o.J.). Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 1: A – C. Basel/Stuttgart: Schwabe & Co Verlag.
Schmidt, H. (2006). Philosophisches Wörterbuch. 17. Auflage. Band 13. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.
Tewes, U. & Wildgrube, K. (1992). Psychologie-Lexikon. München/Wien: R. Oldenbourg Verlag.

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